Über Jungs

Jungs fehlen positive männliche Vorbilder

Gerade viele Jungs brauchen Verständnis
und die Erlaubnis, ihren hohen Bewegungsdrang auszuleben

Für viele Jungen ist es schwer, in der Schule für lange Zeit still sitzen zu bleiben. Sie wissen nicht, wohin mit ihrer Energie. Und so kommt es häufig zu Unruhe im Unterricht. Hinzu kommt, dass wildes Spielen der Jungen oft als zu störend empfunden wird oder aber Übervorsichtigkeit bei Erziehungspersonen auslöst. Doch anstatt sie vor dem Kämpfen und der wilden Spielerei fern zu halten, brauchen die Jungen sichere Freispielräume und die Anleitung, wie sie mit ihrer scheinbar überschwänglichen Energie und Körperlichkeit umgehen müssen und damit niemand anderem schaden.
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Jungen brauchen Zugang zu ihren Gefühlen und das Erleben ihrer eigenen Stärke

Nach der Auflösung der alten patriarchischen Rollenbilder herrscht nun oft eine Unsicherheit, was den Mann von Heute ausmacht. Dies gilt gerade für Jungs, die nicht aus den bürgerlichen Milieus oder aus männlich dominierten Kulturkreisen kommen. Nun ist es gesellschaftlich anerkannt, dass Männer einfühlend sein dürfen und Gefühle zulassen können. Viele Jungen profitieren davon, dass sie nun, um ein Mann zu werden, nicht mehr „abgehärtet“ werden müssen oder dass sie als „Schwächlinge “gelten, wenn sie Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. Jedoch sehen wir immer noch eine starke Suche und Sehnsucht der Jungen nach maskulinen und starken Vorbildern.


Viele der Jungen in unserem Einzugsgebiet Pforzheim kommen aus einem sozial belasteten Umfeld mit wenigen positiven männlichen Vorbildern. Sie werden mit einem Männerbild alleine gelassen, in dem Stärke mit Dominanz und Erniedrigung verwechselt wird und Man(n) gegenüber Gefühlen „cool“ bleiben muss. Deswegen brauchen sie männliche Vorbilder, die in sich stark sind und mit ihnen in einer Art und Weise über Gefühle reden, die ihren Stolz und ihre Maskulinität nicht untergraben.